CR144 Datenträger, Datenverlust und Datenrettung

Vom magnetischen Flußwechsel zum Dokument ()

Festplatten sind kleine technische Wunderwerke. Normalerweise verrichten diese absurd billigen Massenspeicher lange Zeit zuverlässig ihren Dienst. Oft wird man sich ihrer Existenz erst so richtig bewußt, wenn sie einmal nicht funktionieren. Wie bei jedem anderen technischen Gerät kommt eines Tages der sichere Ausfall, und das gilt ebenso für Halbleiterspeicher. Daher hat man Techniken entwickelt, um in einem solchen Fall einen Datenverlust zu vermeiden.Um Daten zu organisieren, bedarf es vieler Komponenten. Beteiligt ist meist ein Betriebssystem, das ein oder mehrere Dateisysteme verwaltet, oder gar mehrere Computersysteme, die miteinander über netzwerkartige Infrastrukturen kommunizieren, wobei jedes System jeweils nur einen Teil der vielen Schichten der Datenspeicherung abbildet.Mit dieser Entwicklung ist die Komplexität der Datenspeicherung ständig gestiegen. Kaum ein Mensch blickt da noch durch. Grund genug, diese Themen mal mit einer Chaosradio-Sendung zu beleuchten. Diese Sendung beschäftigt sich mit der Technik rund um Massenspeicher, der Rettung von verlorengegangenen Daten und angrenzenden Bereichen der Computerforensik.

19 Gedanken zu „CR144 Datenträger, Datenverlust und Datenrettung

  1. Der Eintrag hat im RSS leider nen falschen Timestamp. Verwirrt im Reader total ;O)

    Ansonsten .. *anknips* ich bin gespannt! Das Sendeintervall ist -dank CRE- ja mal wirklich großartig. Dankeschön!

  2. habt ihr da etwqas rauszensiert? bei minute 6:31 hat es so eine leere Stelle im Satz “…die seite, die sie gerade aufgerufen haben, enspricht nicht einer legalen internetPEEEP und bei fragen…”

  3. Prima Sendung. Leider war mein Fall nicht drin, Überspannungsschaden aus Blödheit (12 statt 5V aufs rote Kabel gegeben *autsch*). Elektronik ist Schrott, leider nicht nur die auf der äußeren Platine (mit Austauschplatine fährt der Motor an, aber die Köpfe klappern nur hin und her und finden keine Spur), sondern auch die in der Festplatte. Ist da noch was zu machen? Hab mal gehört, in der Elektronik da drinnen sind Kalibrierung und Sektorzuordnung und so etwas gespeichert…

    Ne professionelle Datenrettung wird sicher ein wenig zu teuer, bin armer Student, die 250GB-Maxtor-Festplatte war ein Weihnachtsgeschenk ;-(

  4. Werde mir dann gleich mal CRE032 runterladen, scheint zwar mehr um die Softwareseite zu gehen, aber vielleicht kann ich da noch was lernen, habe lange nicht mehr eine Festplatte im Hexeditor wieder lesbar gemacht, bin sicher eingerostet und außerdem wars damals immer nur FAT16 oder FAT32, das kann ja jeder 🙂

  5. Bin ja auch Datenretter für alls was kratzt und kreischt aber nur halb-wichtig ist.
    dd-rescue ist ja in solchen Fällen (runtergefallen mit kratzspuren zum beispiel) recht zuverlässig, ein paar kb/mb mögen mal fehlen, aber ich hab fast das komplette ntfs wieder hinbekommen.
    Im moment hab ich nen “lustigeren” Fall. Ne Platte die (laut ursprünglichem Besitzer) keinen echten Schaden genommen hat, sondern spontan mit physikalischen Fehlern anfing (vielleicht nen Staubkorn…) und ich hab meinen ATA 2.5″ adapter nicht mehr, sondern nur nen USB gehäuse. Leider schmiert der controller im adapter gerne ab an bestimmten stellen, was dd-rescue aus dem takt bringt, und das ist schlecht. Die Frage die bleibt, ist ob nen anderer IDE controller besser mit dem ding umgehen kann um das auslesen der letzten 10 von 80 GB zu erlauben.

    Was in der Sendung etwas kurz kam war full disk encryption: Zum einen, wie sehr beeinflusst dass die Arbeit von Datenrettern (negativ?) – wenigstens muss man ihm die daten nciht mehr anvertrauen. Und natürlich ist das “wie oft überschreiben zum löschen” Problem relativ geschickt umgangen…solange die Crypto nicht kompromittiert wird.

    Auch nicht erwähnt wurde die “secure erase” function von einigen SSDs (Intel X25 hat das wohl…vermutlich andere auch?) und natürlich was ich eingangs beschrieb: retten von Daten zuhause bei oberflächenfehlern. (im gegensatz zum kloink-of-death 😉 )

  6. Sehr schöne Sendung.

    Zum Löschen ein Problem, dass iirc nicht genannt wurde: Wenn man einzelne Dateien löschen will besteht auch die Gefahr, dass noch andere Versionen der Datei auf der Platte existieren, weil z.B. ein Überschreiben (beim Abspeichern von Dokumenten zum Beispiel) logisch nur ein Löschen und Speichern ist und das Dateisystem speichert nicht dort, wo die alte Datei war sondern wo der nächste freie Platz ist.

    Selbst wenn man also weiß, dass ein Löschen im Dateisystem die Datei nicht physisch löscht und z.B. shred benutzt hat man im Extremfall noch etliche alte Versionen einer Datei auf der Platte rumgammeln.

    Man kann zwar mit dd eine Dummydatei solange befüllen, bis die Platte voll ist und diese Datei dann wieder löschen – damit erwischt man alles, was gelöscht sein sollte. Aber im schlimmsten Fall macht einem die Fehlerkorrektur der Platte wie gesagt einen Strich durch die Rechnung.

    Noch ein Argument für Verschlüsselung also, dann braucht man sich darüber keinen Kopf machen.

  7. Einige Verschlüsselungsprogramme sind aber auch besonders schön. Da wird dann die Datei in eine verschlüsselte kopiert und das Original mit Standardbefehlen aus dem Dateisystem gelöscht 😛
    Oder noch besser: Wenn auf die verschlüsselte Datei zugegriffen wird, wird sie in ein temporäres Verzeichnis entschlüsselt *autsch*
    Also auch 4096-Bit-RSA-Verschlüsselung schützt nicht, wenn das Drumherum schlecht implementiert ist 😉

  8. Ich habe jetzt mal eine neue Version von CR144 hochgeladen. Wäre schön, wenn die, die hier Probleme mit der vorigen Version berichtet haben, das damit noch mal testen können.

  9. Da es grade zum Thema passt: Welche Festplatte von welchen Herstellern sind zu meiden oder zu kaufen? Der eine sagt WD stinkt, der andere Seagate, der dritte Samsung.

    Hoffe einer weiß eine Antwort.

  10. Ich war doch etwas verwundert ueber einige Aussagen zu Bandlaufwerken. Es gibt nach wie vor Bandlaufwerke und sie werden auch sicher noch eine ganze Weile weiterentwickelt. Fuer grosse Backupsysteme sind sie optimal, z. B. fuer das backup von Arbeitsplatzrechnern die alle im lokalen Netz haengen. Inzwischen gibt es auch Laufwerke die schneller Daten auf Baender schreiben als das Netzwerk die Daten transportiert. Kapazitaeten von Baendern liegen bereits im TB-Bereich. An unserem Institut haben wir ein Bandarchiv mit Roboteranlage von 1993, deren Baender und Laufwerke aber regelmaessig durch neue ersetzt wurden. Damit ist sie eine sehr moderne Anlage. Der Roboter laedt z. B. immer gleich zwei Tapes auf einmal. Und es gibt von diesen Doppel-Laufwerken auch gleich zwei Stueck (also vier Laufwerke). Wenn ich etwas aus dem Backup-System hole ist die Datei in weniger einer Minute wieder da. Mit einem einfachen Tape-System (wie wir es z. B. an der Uni hatten) dauerte das manchmal bis zehn Minuten bis ueberhaupt erst das Band und dann die Datei gefunden wurde. Inzwischen sind Tape-Laufwerke so schnell und die Kapazitaeten der Baender so gross, dass der Bandroboter nicht mehr so viel zu tun hat. Fuer Forschungseinrichtungen gibt es nichts besseres. Baender sind billiger und vor allem haltbarer (einfachere Konstruktion, Lebensdauer) als Festplatten.

    Fuer kleine Unternehmen und vor allem Privatpersonen sind aber Festplatten sicher die preisguenstigere Alternative. Es scheint da sowas wie eine kritische Masse zu geben, ab der man um eine Bandanalage nicht drumherumkommt.

    Unter
    http://www.pik-potsdam.de/institute/organization/it-services/gallery
    findet Ihr auch zwei Bilder von der Bandanlage.

  11. Was macht man eigentlich, wenn man so ungefähr 20 Gigabytes an Daten “im Schrank” aufbewahren will? Welches Medium sollte man da verwenden? Was kann man im Falle eines Defektes am einfachsten in der Zukunft auslesen?

  12. Eine wichtige und gute Sendung…
    Eine kurze Beschreibung, wie ich es daheim mit Datenhaltung halte – was wahrscheinlich für viele Anwendugsfälle ausreichen sollte:

    Mein kleines “mini-NAS” (bisher 250 GB inzwischen 1 TByte) stellt einen FileShare zur Verfügung, auf den ich von jedem Arbeitsplatz zugreifen kann.
    Weder die PC´s noch der NAS-Server haben eine direkte WEB-Verbindung. WEB gibts nur in einer VMWare. Datenmaustausch nur per Drag und Drop. Das ist zwar nicht übermäßig schnell – Aber: Sex ohne Gummi ist auch immer schöner, dafür aber gefährlich 😉
    Für ein WEB-Game muss dan halt ein separates Betriebssystem ohne Datenzugriff her…

    Zurück zur Sicherung vom NAS-Server:
    Die Daten, die selbst nur Kopien sind (z.B. Backups von einem Transportablen Datenträger oder Notebook) werden nicht mehr gesichert.
    Nicht sicherungswürdige Daten (z.B. Images und VMWares) bleiben lokal und werden ggf. nur sporadisch manuell als Backup auf das Fileshare übertragen.
    Alle sicherungswürdigen Daten werden per robocopy-Script (ggf. auch mehrmals täglich) auf einen geeigneten Arbeitsplatz zurückkopiert, der dies selbst initiiert (Scheduled Task). Das kann sogar meine Frau manuell starten, wenn sies will (;-). Damit sind regelmäßig alle Daten gesichert und der Ausfall von Platten ist damit zwar ärgerlich, aber nicht mehr irre teuer.
    Mit diesem Szenario können auch aus Versehen gelöschte Dateien wieder vom Backup-Pfad schnell einfach und sicher wieder hergestellt werden. (Wer schnelle Finger hat, wie ich , braucht das hin und wieder shcon mal …- man muss nur wenn was passiert ist gleich ran und darf dies nicht auf die lange Bank schieben)
    Für wirklich wichtige Daten, die nicht wiederhergebracht werden können (eigene Dokumente), werden dann hin und wieder DVD´s gebrannt und extern gelagert, damit bei einem – Gott bewahre uns davor – Brand oder vergleichbarem Übel -wenigstens das Wichtigste zwar nicht unbedingt tagesaktuell aber doch noch brauchbar vorhanden ist.

    Einmal im Monat wird das Share per “Miror-Script” auf das Backup geschrieben und damit die File-Struktur erneuert und alle überflüssigen Files dann entfernt. Dann hat man wieder einen konsistenten Stand. Im ungünstigen Fall hat man beim Ausfall dann ggf. ein paar Daten zuviel im Backup und ein paar Stunden Arbeit – damit kann man in der regel aber gut leben. (Üblicherweise gibts bei solchen Gelegenheiten ein Budget für ne größere neue PLatte 😉
    Meine Backup-PLatte hat übrigens nur 250 GByte und reicht locker dafür aus – und für wen das nicht reicht, der kauft einen zweiten NAS-Server mit gleicher Platte und repliziert zwischen diesen beiden direkt. (Gute NAS-Serverleinchen können das wohl)

    Übrigens ist m.E.n. Ordung im Filesystem mindestens genau so wichtig wie eine regelmäßige Datensicherung…
    Ich wünsche allen, die regelmäßig sichern, dass sie die Backups nicht oder seltenst benötigen …
    {und die die dies nicht tuen werden es irgendwann bereuen und daraus lernen)

  13. Schöne Sendung! Kurz, aber gerne mehr davon.
    Bin zwar spät dran, aber ich musst an folgendes denken, als ich die Sendung hörte:

    Ich wollte ´nem Kumpel (DAU) ´ne HD schenken mit ´nem bißchen was drauf, damit er endlich mal Daten-mobil ist. Also ab zum Saturn und irgendwas mit USB 2.0 und FW eingepackt. Zu Hause ausgepackt & angeschlossen zwecks Formatierung und Daten überspielen. Check, wie groß die Kapazität angezeigt wird: hmm, komisch, is aber viel belegt. DataRescue laufen lassen und mal ´nen Blick auf das zum Vorschein gekommene geworfen. Was finde ich? Daten, die eine Praktikantin meiner Frau vor einiger Zeit mal erstellt hatte. Da war ich baff! Nicht nur, dass die Platte nicht neu war, nein, es war auch noch jemand, den man kannte! Und das in einer Stadt mit knapp 650 T Einwohnern…

    Fand´ ich schon happig. Egal.

    Greetz – Jaschiii

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