CR259 Bluetooth

Theorie, Technik, Tracing ()

Als Bluetooth in den späten 1980er Jahren spezifiziert wurde, konnte man noch nicht damit rechnen, dass es sich zum De-Facto-Standard für Nahbereichskommunikation entwickeln würde. Jedes Jahr gelangen tausende neue Geräte mit Bluetooth-Chip in den Handel. Mittlerweile hat jedes Telefon Bluetooth eingebaut. Ein Mitglied dieser Protokollfamilie, Bluetooth Low Energy, soll jetzt auch verwendet werden, um die Kontakte von Personen untereinander zu tracen um damit die Ausbreitung der Corona-Pandemie nachzuvollziehen und einzudämmen. Über die theoretischen und technischen Grundlagen und die aktuellen praktischen Anwendungen von Bluetooth spricht Marcus Richter mit seinen Gästen Jiska und Jan im Chaosradio 259.
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Marcus Richter
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Jiska Classen
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Jan Ruge

6 Gedanken zu „CR259 Bluetooth

  1. Kleine Anmerkung bezüglich der fals positives:
    Wenn mir die App sagt zu welchen Zeiten ich Kontakt hatte und da steht irgendwas, wo ich weiß da war ich allein zu Hause, dann ist das auch kein Thema. Deshalb ist es wichtig das mir die App nicht einfach nur sagt, Oh du hattest Kontakt. Das wäre zu wenig information ich habe aber den Eindruck, dass dieser Punkt unter den beteiligten bekannt ist.

    • Du bekommst von der App den Tag mitgeteilt, an dem Du Kontakt hattest, wie lange ungefähr und wie riskant der Kontakt war. Genauer ist aufgrund des Privatsphärenschutzes nicht erwünscht. Mehr Informationen bekommt die App auch nicht von der API.

      (Wenn es an mehreren Tagen relevante Kontakte gab, bekommst Du den ersten und letzten Tag, an dem es relevante Kontakte gab, mitgeteilt)

  2. Kleine Korrektur zum Thema, was “Open Source” heißt:
    Monoxyd meinte, dass “open source” ja noch lange nicht heiße, dass Code verwendet und verändert werden dürfe. Aber doch, das heißt es tatsächlich.
    Der Begriff “Open Source” wurde Ende der 90er von der Open Source Initiative erfunden und geprägt. Deren Open Source Definition [1] ist seitdem größtenteils kongruent mit der Freie Software Definition und beinhaltet das Recht zur freien Verwendung und Modifikation.
    Erst ca. 15 Jahre später versuchen Firmen als Marketinginstrument das alleinige Offenlegen von Quellcode als “Open Source” zu framen, Beispiel ist etwa die Unreal Engine. Korrekterweise fällt so etwas aber unter die Bezeichnung “source available”, um die Bedeutung des Begriffs “Open Source” nicht weiter zu verwässern.

    [1] https://opensource.org/osd

  3. Die Hersteller sind nicht auf die das öffentliche Update angewiesen (1:32:50), sie erhalten die Updates vorab. Das führt stellenweise dazu, dass z.B. Samsung das Update für Mai für einige Geräte veröffentlicht hat noch bevor Google das Update für die Pixel Geräte veröffentlicht.

    Auch die Aussage, dass Geräte älter als zwei Jahre keine Updates mehr erhalten ist falsch (1:33:20). Die Google Pixel-Geräte erhalten drei Jahre Updates, es gibt Samsung Geräte die vier Jahre Updates erhalten, und beim Fairphone liefert der Hersteller sogar fünf Jahre Updates.

  4. Mir scheint, man versucht gesellschaftliche Probleme (=ich halte mich nicht an die Abstandsregeln, weil _mir_ das egal ist) mit Technik zu lösen.
    Gescheiterter Versuch dieser Art Nummer … – ach, ich zähle nicht mehr mit.
    Haltet Abstand, tragt eine Mund-Nase-Bedeckung. Dazu braucht es kein BLE, kein Smartphone, keinen Smartphone-Hersteller (Umwelt?),…
    Und sonderlich befähigt muss man dazu auch nicht sein.
    Die Installation so eines Wimpels im Gesicht ist erstaunlich einfach.

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